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Grevenbroicher Ortsteile
Historisches über Grevenbroich.
Sie möchten mehr erfahren über Grevenbroich und seine Ortsteile. Auf dieser Seite können Sie mehr über die Geschichte von Grevenbroich erfahren.
Allrath
Funde aus der mittleren und jüngeren Jungsteinzeit sowie römische Ziegel und Münzen aus der Zeit um 300 n. Chr. belegen die Geschichte des Allrather Gebiets. Die erste urkundliche Erwähnung des gegenwärtigen Stadtteils datiert auf das Jahr 1117, als die Kirche geweiht wurde. In diesem Jahr vollzog der Kölner Erzbischof Friedrich I. von Schwarzenburg die Weihe der Kirche, die dem Apostel Matthäus als Patron geweiht ist. Bis weit in die frühe Neuzeit hinein stellte das All rather Gotteshaus die Mutterkirche für das nahegelegene Grevenbroich dar. Ein neuer Sakralbau wurde erst nach 1792 errichtet; das Kirchenschiff wurde 1965 abgerissen und einem Neubau weichen.
Im 13. Jahrhundert zählte Allrath zu den Besitzungen der Grafen von Kessel und gelangte nach 1307 in den Besitz der Grafen von Jülich. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts blieb es als Bestandteil des Grevenbroicher Amtes im Eigentum der Jülicher Landesherren. Allrath war, zusammen mit Barrenstein, Teil des Gerichtes (Dingstuhl) Grevenbroich. Während der preußischen Zeit, ab 1815/16, gehörte Allrath zur Bürgermeisterei Grevenbroich. Von 1838 bis 1930 wurde Allrath als eigenständige Gemeinde innerhalb der Bürgermeisterei Grevenbroich verwaltet. Die Sitzungen des Gemeinderates fanden bis zur Auflösung dieses Verbundes am 1. Oktober 1930 unter dem Vorsitz des Bürgermeisters von Grevenbroich statt.
Im 13. Jahrhundert zählte Allrath zu den Besitzungen der Grafen von Kessel und gelangte nach 1307 in den Besitz der Grafen von Jülich. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts blieb es als Bestandteil des Grevenbroicher Amtes im Eigentum der Jülicher Landesherren. Allrath war, zusammen mit Barrenstein, Teil des Gerichtes (Dingstuhl) Grevenbroich. Während der preußischen Zeit, ab 1815/16, gehörte Allrath zur Bürgermeisterei Grevenbroich. Von 1838 bis 1930 wurde Allrath als eigenständige Gemeinde innerhalb der Bürgermeisterei Grevenbroich verwaltet. Die Sitzungen des Gemeinderates fanden bis zur Auflösung dieses Verbundes am 1. Oktober 1930 unter dem Vorsitz des Bürgermeisters von Grevenbroich statt.
Barrenstein
Eine römische Kleinplastik des Gottes Bacchus, die heute im Rheinischen Landesmuseum Bonn ausgestellt ist, weist auf die frühe römische Ansiedlung im Stadtgebiet hin. Erstmals wurde der Ort 1273 in Verbindung mit Allrath (Aldenrode) urkundlich erwähnt, als der Besitz von Heinrich von Kessel an den Kölner Erzbischof verpfändet wurde. Der damals genannte Ort "barenstede", das heutige Barrenstein, hat vermutlich eine ältere Herkunft. Wie Allrath fiel die Siedlung in den Besitz der Grafen von Kessel und gelangte nach deren Ende ebenfalls in die Hände der Jülicher, um Teil des Amtes Grevenbroich zu werden. Neben Allrath war es ein Bestandteil des Gerichtes (Dingstuhl) Grevenbroich. Zwischen 1838 und 1930 wurde Barrenstein als Teil des Bürgermeistereiverbundes zusammen mit Grevenbroich als eigenständige Gemeinde verwaltet.
Kirchlich gehörte Barrenstein, dessen Nikolaus-Kapelle im Jahr 1495 eingeweiht wurde, bis zum Jahr 1804 zur angrenzenden Pfarre Oekoven. Im selben Jahr erfolgte die Eingliederung der Gemeinde nach Allrath.
Kirchlich gehörte Barrenstein, dessen Nikolaus-Kapelle im Jahr 1495 eingeweiht wurde, bis zum Jahr 1804 zur angrenzenden Pfarre Oekoven. Im selben Jahr erfolgte die Eingliederung der Gemeinde nach Allrath.
Elfgen
Der heutige Stadtteil Neu-Elfgen entstand als Umsiedlungsort im Rahmen des Braunkohletagebaus seit den 1970er Jahren. Die Planungen zur Umsiedlung, begleitet von einer intensiven politischen Debatte, wurden bereits ab Mitte der 1950er Jahre initiiert. Der alte Ort, für den neben steinzeitlichen Funden auch eine römische Ansiedlung nachgewiesen ist, wurde 1964 in die Stadt Grevenbroich eingemeindet. Davor gehörte Elfgen, das zwischen 1937 und 1964 eine Gemeinde im Amt Elsen war, zum Amt Jüchen. Im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit lag der bereits im 11. Jahrhundert erwähnte Ort im kurkölnischen Gebiet des Amtes Hülchrath.
Bis zum Jahr 1663 war Elfgen eine Filiale der katholischen Hauptpfarre St. Maria Himmelfahrt in Gustorf. Die im alten Ort 1749 errichtete Pfarrkirche St. Georg wurde im Jahr 1932 erweitert. Am 5. Juni 1983 fand in Neu-Elfgen die Grundsteinlegung für die neue Pfarrkirche St. Georg statt, die in ihrer modernen Architektur Elemente der vorherigen Kirche aufnimmt.
Bis zum Jahr 1663 war Elfgen eine Filiale der katholischen Hauptpfarre St. Maria Himmelfahrt in Gustorf. Die im alten Ort 1749 errichtete Pfarrkirche St. Georg wurde im Jahr 1932 erweitert. Am 5. Juni 1983 fand in Neu-Elfgen die Grundsteinlegung für die neue Pfarrkirche St. Georg statt, die in ihrer modernen Architektur Elemente der vorherigen Kirche aufnimmt.
Elsen
In einer Schenkungsurkunde, die der Kölner Erzbischof Philipp I. von Heinsberg im Jahr 1190 an das Kaiserswerther Stift erstellte, wird ein "hermannus de else" als Zeuge genannt. Die erste schriftliche Erwähnung der Kirche St. Stephanus stammt aus dem Jahr 1222, als Dietrich von Myllendonk das Patronat der Kirche an das Regulierherrenkloster in Neuss übergab. Der Ort Elsen gelangt einige Jahrzehnte später, im Jahr 1263, durch den Verkauf des Rüdigers von Brempt an den Deutschen Orden, der über 500 Jahre die Entwicklung des Ortes und der späteren Reichsherrschaft Elsen maßgeblich prägen sollte. Ab Anfang des 14. Jahrhunderts erweiterte der Deutsche Orden als Grundherr seinen Einfluss und Besitz in den benachbarten Ortschaften. Im Jahr 1455 wird Elsen erstmals urkundlich als Herrlichkeit erwähnt; neben dem Dorf Elsen umfasst dies auch die Orte Orken und Noithausen. Die Konflikte um die Hoheitsrechte mit den Nachbarn aus Jülich und Dyck prägten bis ins 18. Jahrhundert die politische Landschaft. In diesem Zusammenhang entstanden bedeutende Kartenwerke, wie die kartografische Darstellung der Herrlichkeit Elsen aus dem Jahr 1536 von Anton Woensam. Zwischen 1759 und 1761 wurde zudem ein umfangreicher Besitztumskataster des Deutschen Ordens in Elsen erstellt. Die Kirche St. Stephanus, deren romanischer Tuffstein-Turm aus dem späten 12. Jahrhundert die Zerstörungen während des Dreißigjährigen Krieges überstand, wurde in den Jahren 1714/15 und 1896 umfassend renoviert. Ein Brand im Jahr 1929 erforderte eine weitere Instandsetzung.
Das "Elsener Haus", das Verwaltungs- und Herrschaftszentrum der Reichsherrschaft des Deutschen Ordens, wurde zunächst im 13. Jahrhundert als ein viereckiger, befestigter Bau neben der Kirche St. Stephanus errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte es sich u.a. mit dem Zehnthaus zu einem bedeutenden, von einem Wassergraben umgebenen und wehrhaften Funktionskomplex. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde diese alte "Elsener Burg" abgetragen. Das Ende der Reichsherrschaft Elsen, die der Verwaltungsorganisation der Ballei Koblenz sowie dem dortigen Komtur unterstellt war, trat mit der Besetzung durch französische Truppen in den 1790er Jahren und der Säkularisation infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 ein. Während der französischen Zeit wurde Elsen, aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage an der alten Reichsstraße in Richtung Aachen, Hauptort des im Jahr 1798 geschaffenen Roerdepartements und Teil des gleichnamigen Kantons. Nach den Jahren 1815/16 wurde die Bürgermeisterei Elsen im Kreis Grevenbroich mit den Gemeinden Elsen (einschließlich Orken und Noithausen), Elfgen und Laach gebildet. Die kommunale Neugliederung im Jahr 1929 führte zur Umbenennung der Bürgermeisterei in Amt Elsen. Im darauffolgenden Jahr fusionierten die neugebildeten Ämter Grevenbroich und Elsen. Zum 1. April 1937 wurde schließlich das Amt aufgelöst und Elsen in die Stadt Grevenbroich eingemeindet. Elsen, zu dem auch die 1263 erstmals erwähnte Elsener Mühle an der Erft gehörte, die 1943 bei einem Bombenangriff zerstört wurde, entwickelte sich mit der Gründung der Zuckerfabrik im Jahr 1867, der Erschließung von Produktionsflächen westlich des Grevenbroicher Bahnhofs im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und durch die spätere "Grönland GmbH" bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort.
Das "Elsener Haus", das Verwaltungs- und Herrschaftszentrum der Reichsherrschaft des Deutschen Ordens, wurde zunächst im 13. Jahrhundert als ein viereckiger, befestigter Bau neben der Kirche St. Stephanus errichtet. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte es sich u.a. mit dem Zehnthaus zu einem bedeutenden, von einem Wassergraben umgebenen und wehrhaften Funktionskomplex. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde diese alte "Elsener Burg" abgetragen. Das Ende der Reichsherrschaft Elsen, die der Verwaltungsorganisation der Ballei Koblenz sowie dem dortigen Komtur unterstellt war, trat mit der Besetzung durch französische Truppen in den 1790er Jahren und der Säkularisation infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803 ein. Während der französischen Zeit wurde Elsen, aufgrund seiner verkehrsgünstigen Lage an der alten Reichsstraße in Richtung Aachen, Hauptort des im Jahr 1798 geschaffenen Roerdepartements und Teil des gleichnamigen Kantons. Nach den Jahren 1815/16 wurde die Bürgermeisterei Elsen im Kreis Grevenbroich mit den Gemeinden Elsen (einschließlich Orken und Noithausen), Elfgen und Laach gebildet. Die kommunale Neugliederung im Jahr 1929 führte zur Umbenennung der Bürgermeisterei in Amt Elsen. Im darauffolgenden Jahr fusionierten die neugebildeten Ämter Grevenbroich und Elsen. Zum 1. April 1937 wurde schließlich das Amt aufgelöst und Elsen in die Stadt Grevenbroich eingemeindet. Elsen, zu dem auch die 1263 erstmals erwähnte Elsener Mühle an der Erft gehörte, die 1943 bei einem Bombenangriff zerstört wurde, entwickelte sich mit der Gründung der Zuckerfabrik im Jahr 1867, der Erschließung von Produktionsflächen westlich des Grevenbroicher Bahnhofs im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts und durch die spätere "Grönland GmbH" bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zu einem bedeutenden Wirtschaftsstandort.
Frimmersdorf
Hinweise aus römischer und fränkischer Epoche deuten auch für Frimmersdorf auf eine frühe Ansiedlung hin. Zwischen 1949 und 1951 fanden umfangreiche archäologische Ausgrabungen statt, die eine Motte aus dem 9. Jahrhundert zutage förderten, die dem sicheren Überqueren an der Erftfurt diente. Hier entstand eine Burganlage, die im Jahr 1192 zerstört und 1244 wiederaufgebaut wurde. Die Überreste dieser Anlage, die nach den um 1080 erwähnten Herren von Hochstaden als "Husterknupp" bekannt waren, mussten 1952 dem Braunkohlentagebau weichen. Diese Burg war der Hauptsitz der Hochstadenschen Dynastie und kam durch eine Schenkung von Friedrich von Hochstaden an seinen Bruder, Konrad von Hochstaden, dem Erzbischof von Köln, in den Besitz des kurkölnischen Staates. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war Frimmersdorf Teil eines Gerichtsbezirks (Dingstuhl) im kurkölnischen Amt Liedberg. Die katholische Pfarrkirche St. Martin in Frimmersdorf, 1765 erbaut, stand unter dem Patronat des Prämonstratenserstiftes Knechtsteden. Während der französischen Herrschaft bildete Frimmersdorf zusammen mit Neurath eine Gemeinde (Mairie) im Kanton Elsen. Nach 1815/16 bildeten Neurath und Frimmersdorf bis zum Jahr 1969 das Amt Frimmersdorf im Kreis Grevenbroich. Am 1. Januar 1975 ging die Gemeinde Frimmersdorf im Zuge der kommunalen Neugliederung in der neuen Stadt Grevenbroich auf. Der Braunkohleabbau entwickelte sich ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (seit 1861) zum prägnanten Wirtschaftsfaktor der Gemeinde. Der Bau von zwei Brikettfabriken sowie die Kraftwerke Frimmersdorf I (1925) und Frimmersdorf II (1955) und der damit verbundene Braunkohlentagebau prägten das Landschaftsbild. Im Norden wurde ab den 1960er Jahren mit der "Vollrather Höhe" eine rekultivierte Abraumhalde geschaffen.
Fürth / Fürther Berg
Der heutige Stadtteil Fürth, gelegen an der Straße nach Gustorf, war zur Hälfte Teil der rund 660 Hektar umfassenden Reichsherrschaft Elsen. Der verbleibende Teil gehörte zu einem Gerichtsbezirk des kurkölnischen Amtes Liedberg. Der Stadtteil Fürther Berg wurde erstmalig im Jahr 1301 als Eigentum des Grafen von Berg erwähnt.
Gilverath
Die Kirche, auch bekannt als die Hofeskapelle in Gilverath, wird im Jahr 1421 erstmals urkundlich erwähnt und wurde etwa im Jahr 1838 abgerissen. Der Gilverather Hof befand sich Ende des 13. Jahrhunderts im Eigentum des Ritters Arnold von Hochstaden und wechselte bis ins 15. Jahrhundert mehrmals den Besitzer. In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gelangte er schließlich an die Reichsabtei Kornelimünster bei Aachen, die bis zum Ende des 18. Jahrhunderts die Grundrechte daran innehatte. Politisch zählte auch Gilverath zum kurkölnischen Amt Hülchrath.
Gindorf
Der südliche Abschnitt des Doppeldorfes Gustorf-Gindorf, der laut der französischen Kartenaufnahme von Tranchot aus den Jahren 1807/08 deutlich vom eigentlichen Gustorfer Kirchort abgetrennt war, gehörte im Mittelalter zu den Besitztümern der Grafen von Hochstaden und gelangte 1246 in den Besitz des Kurfürstentums Köln. Zusammen mit Frimmersdorf und Gustorf stellte es das Gericht (Dingstuhl) Frimmersdorf im kurkölnischen Amt Liedberg dar. In der Zeit der preußischen Herrschaft war es ab 1815/16 Teil der Gemeinde Gustorf. Von 1846 bis 1929 wurde es als eigenständige Gemeinde verwaltet, bevor es wieder in die Gemeinde Gustorf eingegliedert wurde. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurde das Doppeldorf Gustorf-Gindorf in die neu gegründete Stadt Grevenbroich eingemeindet. In Gindorf existierte bereits im 18. Jahrhundert eine Synagoge für die in Gustorf und Gindorf lebenden jüdischen Mitbürger, die vermutlich im Zuge des "Neuenhovener Pogroms" im Jahr 1834 in Flammen aufging. Ein nur wenige Jahre später errichteter Neubau wurde 1938 dem nationalsozialistischen Terror zum Opfer.
Gubisrath
Frühmittelalterliche Befestigungsanlagen können für den kleinen Weiler Gubisrath, der sich südöstlich von Neukirchen befindet, nachgewiesen werden. Die gut erhaltene Wasserburganlage (Motte) stammt aus dem Zeitraum des 10. bis 12. Jahrhunderts. Jedoch scheint die militärische Bedeutung dieser Anlage, die bereits zur damaligen Zeit von Baumbestand umgeben war, um das Jahr 1355 schwindend zu werden. Die erste urkundliche Erwähnung Gubisraths, das zum kurkölnischen Amt Hülchrath gehörte, datiert auf das Jahr 1285. In einer Urkunde des Kölner Klosters St. Maria im Kapitol ist ein Johann von Gozbreterode als Zeuge vermerkt.
Gustorf
Frühzeitliche Besiedlungsspuren - von der mittleren Steinzeit bis zur Römerzeit - sind im Gustorfer Gebiet in vielfältiger Weise dokumentiert. Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes geht auf etwa 1070 zurück. Im Jahr 1246 wurde Gustorf von den Grafen von Hochstaden an das Kölner Erzstift übertragen und ab dem 14. Jahrhundert als Teil des kurkölnischen Amtes Liedberg verwaltet.
Die Geschichte der Pfarrei St. Maria Himmelfahrt reicht tief ins Mittelalter zurück. Ursprünglich als Eigenkirche der Kölner Erzbischöfe gegründet, gehörten bis ins 17. Jahrhundert die beiden Filialkirchen St. Pankratius in Garzweiler und St. Georg in Elfgen sowie das Kloster St. Leonhard zum umfassenden Pfarrbezirk. Ein Kirchbau wird für das Jahr 1269 erwähnt; Funde im Bereich der alten Kirche, die zwischen 1872 und 1876 einem Neubau weichen musste, deuten auf einen früheren Sakralbau aus der Zeit um 1130 hin. Kunsthistorisch von Bedeutung sind die sogenannten "Gustorfer Chorschranken" aus dem 12. Jahrhundert, die seit 1939 im Rheinischen Landesmuseum ausgestellt sind. Eine Replik dieser romanischen Reliefplatten kann in der Gustorfer Kirche besichtigt werden.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde im 20. Jahrhundert wurde maßgeblich durch den Braunkohlentagebau sowie die Errichtung der großen Kraftwerke der RWE geprägt. In den 1950er und 1960er Jahren verdoppelte sich die Einwohnerzahl der Gemeinde; viele fanden Beschäftigung in den Kraftwerken oder im nahegelegenen Tagebau. Das kirchlich der Pfarrei Gustorf angehörende ehemalige Kloster St. Leonhard musste Mitte der 1970er Jahre dem Braunkohlenabbau weichen. Die Gustorfer Mühle, welche als kurkölnische Zwangsmühle bereits 1386 dokumentiert ist, blieb bis zu einem Großbrand im Jahr 1961 erhalten. Die Gebäude, darunter das Wohnhaus von 1749 und das Maschinenhaus, werden derzeit restauriert und für eine private Nutzung vorbereitet. Eine besondere wirtschaftliche Rolle spielte der Torfabbau: Im 18. Jahrhundert wurden in den Bruchlandschaften entlang der Erft große Mengen Torf gewonnen und verarbeitet, insbesondere zur Herstellung von Düngemitteln.
Mit der Gründung des Kreises Grevenbroich, als Teil der preußischen Rheinprovinz, wurde in den Jahren 1815/1816 die eigenständige Gemeinde Gustorf etabliert. Zwischen 1899 und 1919 sowie von 1930 bis 1951 gab es eine gemeinsame Verwaltung in Form einer Personalunion des Bürgermeisters zwischen der Gemeinde Gustorf und dem Amt Frimmersdorf (bestehend aus den Gemeinden Frimmersdorf und Neurath). Im Jahr 1929 wurde der seit 1846 selbstständig verwaltete Ort Gindorf, unter Beibehaltung des Namens, in die Gemeinde Gustorf integriert. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung gingen beide Orte am 1. Januar 1975 in der neuen Stadt Grevenbroich auf.
Die Geschichte der Pfarrei St. Maria Himmelfahrt reicht tief ins Mittelalter zurück. Ursprünglich als Eigenkirche der Kölner Erzbischöfe gegründet, gehörten bis ins 17. Jahrhundert die beiden Filialkirchen St. Pankratius in Garzweiler und St. Georg in Elfgen sowie das Kloster St. Leonhard zum umfassenden Pfarrbezirk. Ein Kirchbau wird für das Jahr 1269 erwähnt; Funde im Bereich der alten Kirche, die zwischen 1872 und 1876 einem Neubau weichen musste, deuten auf einen früheren Sakralbau aus der Zeit um 1130 hin. Kunsthistorisch von Bedeutung sind die sogenannten "Gustorfer Chorschranken" aus dem 12. Jahrhundert, die seit 1939 im Rheinischen Landesmuseum ausgestellt sind. Eine Replik dieser romanischen Reliefplatten kann in der Gustorfer Kirche besichtigt werden.
Die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde im 20. Jahrhundert wurde maßgeblich durch den Braunkohlentagebau sowie die Errichtung der großen Kraftwerke der RWE geprägt. In den 1950er und 1960er Jahren verdoppelte sich die Einwohnerzahl der Gemeinde; viele fanden Beschäftigung in den Kraftwerken oder im nahegelegenen Tagebau. Das kirchlich der Pfarrei Gustorf angehörende ehemalige Kloster St. Leonhard musste Mitte der 1970er Jahre dem Braunkohlenabbau weichen. Die Gustorfer Mühle, welche als kurkölnische Zwangsmühle bereits 1386 dokumentiert ist, blieb bis zu einem Großbrand im Jahr 1961 erhalten. Die Gebäude, darunter das Wohnhaus von 1749 und das Maschinenhaus, werden derzeit restauriert und für eine private Nutzung vorbereitet. Eine besondere wirtschaftliche Rolle spielte der Torfabbau: Im 18. Jahrhundert wurden in den Bruchlandschaften entlang der Erft große Mengen Torf gewonnen und verarbeitet, insbesondere zur Herstellung von Düngemitteln.
Mit der Gründung des Kreises Grevenbroich, als Teil der preußischen Rheinprovinz, wurde in den Jahren 1815/1816 die eigenständige Gemeinde Gustorf etabliert. Zwischen 1899 und 1919 sowie von 1930 bis 1951 gab es eine gemeinsame Verwaltung in Form einer Personalunion des Bürgermeisters zwischen der Gemeinde Gustorf und dem Amt Frimmersdorf (bestehend aus den Gemeinden Frimmersdorf und Neurath). Im Jahr 1929 wurde der seit 1846 selbstständig verwaltete Ort Gindorf, unter Beibehaltung des Namens, in die Gemeinde Gustorf integriert. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung gingen beide Orte am 1. Januar 1975 in der neuen Stadt Grevenbroich auf.
Hemmerden
Eine erste urkundliche Erwähnung des Ortes Hemmerden datiert auf das Jahr 1226. Dennoch deutet der Ortsname auf eine frühere Geschichte hin, die eng verbunden ist mit dem bereits in der "Vita Liudgeri" des Altfrid (aus dem 9. Jahrhundert) erwähnten "Hamarithi-Wald". Dieser erstreckte sich über das als Gillgau bezeichnete Gebiet entlang der Erft. Mit dem Niedergang der Herren von Danne am Ende des 13. Jahrhunderts gewannen der Kölner Erzbischof sowie die Herren und späteren Grafen von Dyck zunehmend Einfluss auf die junge Siedlung. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Hemmerden zur Dycker Herrschaft der Grafen von Dyck, die ebenfalls das Patronat über die um 1290 erstmals erwähnte Kirche St. Mauri innehatten. Während der französischen Zeit wurde die Gemeinde Hemmerden als Teil des Kantons Elsen zusammen mit den Orten Kapellen und Gilverath verwaltet. Nach der Gründung des Kreises Grevenbroich durch die preußische Regierung im Jahr 1815 wurde die zuvor während der französischen Zeit entstandene Verwaltungsgliederung zunächst beibehalten; die Bürgermeisterei Hemmerden wurde eingerichtet. Erst durch die preußische Gemeindeordnung von 1850 erlangten die in der "Sammtgemeinde" vereinigten Gemeinden Kapellen und Hemmerden politisch Selbstständigkeit. Das Amt Hemmerden sowie die "Sammtgemeinde" blieben jedoch bis zur kommunalen Neugliederung am 1. Januar 1975 bestehen. Der heutige Kirchenbau St. Mauri wurde zwischen 1835 und 1839 errichtet und nach einem verheerenden Brand im Jahr 1927 erneut aufgebaut. Die Synagoge der jüdischen Gemeinde in Hemmerden wurde im Jahr 1859 eingeweiht. Von wirtschaftlicher Bedeutung war die Gründung der Brauerei durch Wilhelm Josef Schnitzler im Jahr 1835, die bis in die Zeit des Ersten Weltkrieges bestand.
Hülchrath
Funde aus der Mittelsteinzeit sowie römische Gebrauchskeramik wurden im Gebiet der heutigen Ortslage entdeckt, was auf eine frühe Besiedlung hinweist. Hülchrath wird urkundlich erstmals im Jahr 1206 als Hilkerode bzw. Hilgerod erwähnt. Eine im 13. Jahrhundert belegte Burg sowie die dazugehörige Siedlung befanden sich zunächst im Eigentum des Grafen Adolf von Saffenberg, bevor sie an die Grafen von Sayn übergingen. Graf Dietrich Luf I. von Kleve besaß Hülchrath im Jahr 1255, bevor später Graf Dietrich Luf III. von Kleve seine Ländereien im Hülchrather Land an den Erzbischof von Köln verkaufte, der 1331 schließlich die vollen Herrschaftsrechte erlangte. Als kurkölnisches Amt war die Hülchrather Burg über Jahrhunderte hinweg ein Zentrum landesherrlicher Verwaltung. Hülchrath diente als Gericht (Dingstuhl), zu dem im 17. Jahrhundert die Dingstühle Giersberg, Fürth, Gräfliches Land, Rommerskirchen und Hülchrath gehörten. Neben dem Kölner Erzbischof und dem Deutschen Orden zählte das Prämonstratenserinnenkloster in Langwaden zu den Grundherren in Hülchrath während des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Die Zerstörung der Burganlagen im Zuge des Truchsessischen Krieges 1583 führte ab 1608 zu einem planmäßigen Wiederaufbau durch den Kölner Erzbischof sowie zur Erhebung Hülchraths zum Stadtrecht, wodurch der Ort über Jahrhunderte hinweg den Status eines Burgfleckens (suburbium) innehatte.
Die katholische Pfarre Hülchrath ist seit 1904 eigenständig; zuvor gehörte sie zum Kirchspiel Neukirchen. Juden sind in Hülchrath seit dem 17. Jahrhundert dokumentiert; die jüdische Gemeinde war von 1858 bis zu ihrem Ende durch den nationalsozialistischen Terror dem Synagogenbezirk Grevenbroich zugeordnet. Die unter Denkmalschutz stehende Synagoge entstand 1875 als Nachfolger eines früheren Baus und wird heute als kulturelle Begegnungsstätte genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden für einige Jahre im Hülchrather Schloss ein Lager für Vertriebene sowie eine Schule eingerichtet.
Mit dem Ende des Ancien Régime wurde Hülchrath eine Gemeinde (mairie) im Kanton Elsen. In der preußischen Zeit ab 1815/16 bildete der Ort eine Bürgermeisterei und gehörte zwischen 1846 und der preußischen kommunalen Neugliederung im Jahr 1929 zum Amt Hülchrath, das die Gemeinden Neukirchen-Hülchrath und Hoisten umfasste. Seit der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 ist der Ort Teil der 1929 gegründeten Gemeinde Neukirchen und gehört zur Stadt Grevenbroich.
Die katholische Pfarre Hülchrath ist seit 1904 eigenständig; zuvor gehörte sie zum Kirchspiel Neukirchen. Juden sind in Hülchrath seit dem 17. Jahrhundert dokumentiert; die jüdische Gemeinde war von 1858 bis zu ihrem Ende durch den nationalsozialistischen Terror dem Synagogenbezirk Grevenbroich zugeordnet. Die unter Denkmalschutz stehende Synagoge entstand 1875 als Nachfolger eines früheren Baus und wird heute als kulturelle Begegnungsstätte genutzt. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden für einige Jahre im Hülchrather Schloss ein Lager für Vertriebene sowie eine Schule eingerichtet.
Mit dem Ende des Ancien Régime wurde Hülchrath eine Gemeinde (mairie) im Kanton Elsen. In der preußischen Zeit ab 1815/16 bildete der Ort eine Bürgermeisterei und gehörte zwischen 1846 und der preußischen kommunalen Neugliederung im Jahr 1929 zum Amt Hülchrath, das die Gemeinden Neukirchen-Hülchrath und Hoisten umfasste. Seit der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 ist der Ort Teil der 1929 gegründeten Gemeinde Neukirchen und gehört zur Stadt Grevenbroich.
Kapellen
Das Gebiet entlang der Erft weist frühe Spuren menschlicher Besiedelung auf. Funde aus der Mittelstein- und Jungsteinzeit sind für Kapellen nachgewiesen. Zudem belegen römische Funde aus der Zeit zwischen 150 und 300 n. Chr. die ununterbrochene Besiedlung dieser Region. Kapellen wird urkundlich erstmals im Jahr 1155 erwähnt, und zwar im Zusammenhang mit dem Kloster Knechtsteden und dessen Besitztümern. Die der Heiligen Cosmas und Damian geweihte Kirche in Kapellen wurde 1229 erstmals urkundlich erwähnt und stand anfänglich unter dem Patronat des Kölner Stiftes St. Aposteln. Im Jahr 1314 gelangte Kapellen als Teil des sogenannten "Gräflichen Landes" in den Besitz Kurkölns und blieb bis zum Ende des Ancien Régime ein Bestandteil des Amtes Hülchrath. Die Herren von Dyck behaupteten jedoch über Jahrhunderte hinweg die Hälfte der Rechte an der Grund- und Gerichtsherrschaft des Ortes. Unter französischer Herrschaft wurde im Jahr 1804 die Zusammenlegung der beiden mittelalterlichen Kirchspiele Gilverath und Kapellen vollzogen. Die Grundsteinlegung für die gemeinsame Kirche der heutigen Pfarrei St. Clemens erfolgte jedoch erst im Jahr 1836. Seit 1965 existiert in Kapellen eine evangelische Gemeinde, die seit 1992 mit der Johanniskirche ein Gemeindezentrum betreibt.
Nach den Jahren 1815/16 bildeten Kapellen und Gilverath zusammen eine Gemeinde innerhalb der Bürgermeisterei beziehungsweise des Amtes Hemmerden, eine organisatorische Struktur, die bis zur kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 aufrechterhalten wurde.
Kapellen erhielt bereits im Jahr 1869 als Bahnstation "Wevelinghoven-Capellen" Anschluss an das regionale Verkehrsnetz, da es an die Strecke Düren-Neuss angebunden wurde. Die Nähe zur heutigen Bundesautobahn 46, der ehemaligen Reichsstraße 1, sowie die Anbindung an das Schienennetz erhöhen heute die Erreichbarkeit des Ballungsraums Düsseldorf-Neuss. Die Erweiterung des Gewerbegebiets Kapellen an der Bundesautobahn 46 sowie die 1997 geplante Erschließung neuer Wohngebiete unter dem Titel "Wohnen und Arbeiten am Bahnhaltepunkt Kapellen" sind hier ein klarer Beleg dafür. In der Zeit des "Kalten Krieges" wurde zwischen Holzheim und Kapellen eine NIKE-Raketenstation der NATO errichtet, die von belgischen und amerikanischen Einheiten genutzt wurde. Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts wurden diese Einrichtungen Anfang der 1990er Jahre stillgelegt, und Teile davon wurden in die heutige Stiftung Insel Hombroich integriert.
Nach den Jahren 1815/16 bildeten Kapellen und Gilverath zusammen eine Gemeinde innerhalb der Bürgermeisterei beziehungsweise des Amtes Hemmerden, eine organisatorische Struktur, die bis zur kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 aufrechterhalten wurde.
Kapellen erhielt bereits im Jahr 1869 als Bahnstation "Wevelinghoven-Capellen" Anschluss an das regionale Verkehrsnetz, da es an die Strecke Düren-Neuss angebunden wurde. Die Nähe zur heutigen Bundesautobahn 46, der ehemaligen Reichsstraße 1, sowie die Anbindung an das Schienennetz erhöhen heute die Erreichbarkeit des Ballungsraums Düsseldorf-Neuss. Die Erweiterung des Gewerbegebiets Kapellen an der Bundesautobahn 46 sowie die 1997 geplante Erschließung neuer Wohngebiete unter dem Titel "Wohnen und Arbeiten am Bahnhaltepunkt Kapellen" sind hier ein klarer Beleg dafür. In der Zeit des "Kalten Krieges" wurde zwischen Holzheim und Kapellen eine NIKE-Raketenstation der NATO errichtet, die von belgischen und amerikanischen Einheiten genutzt wurde. Mit dem Ende des Ost-West-Konflikts wurden diese Einrichtungen Anfang der 1990er Jahre stillgelegt, und Teile davon wurden in die heutige Stiftung Insel Hombroich integriert.
Laach
Die urkundliche Ersterwähnung des heutigen Stadtteils Laach geht auf das Jahr 1141 zurück: In diesem Jahr sind die Ländereien rund um Laach im Besitz des Kölner Klosters St. Pantaleon, das bis ins 13. Jahrhundert expansive Entwicklungen vornimmt. Die Grafen von Kessel fungieren als Vögte und üben die weltliche Gerichtsbarkeit im Auftrag der Klosterherren von St. Pantaleon aus. Das Jahr 1275 belegt Heinrich Graf von Kessel in dieser Funktion. In jener Zeit wechselt die Grundherrschaft in die Hände des Deutschen Ordens, der seit 1263 im nahegelegenen Elsen ansässig ist. Ein Vertreter des adeligen Hauses Laach wird in einer Urkunde des späten 12. Jahrhunderts erwähnt. Im Jahr 1186 wird mit Godefridus de Lache ein Angehöriger dieser Adelsfamilie urkundlich benannt. Im Verlauf der Frühen Neuzeit treten die Herren von Dyck als Inhaber dieses Adelssitzes in Erscheinung. In den Quellen des 17. und 18. Jahrhunderts wird die Familie Locquenghien als Besitzer des Laacher Lehens verzeichnet. Für das 14. Jahrhundert sind Belege einer Schöffengerichtsbarkeit vorhanden. Während des 17. Jahrhunderts gehörte der Ort zum kurkölnischen Gericht (Dingstuhl) in Fürth. In der französischen Zeit war Laach Teil der Mairie Elsen und blieb auch nach dem Übergang an die Preußen im Jahr 1815/16 dort angesiedelt. Von 1846 bis 1930 wurde Laach als Gemeinde innerhalb der Bürgermeisterei Elsen verwaltet. Im Jahr 1930 fand die Eingemeindung in die Stadt Grevenbroich statt. Kirchlich gehört Laach seit dem Mittelalter zur katholischen Pfarrei St. Maria Himmelfahrt in Gustorf.
Langwaden
Der Stadtteil Langwaden wird erstmals im Zusammenhang mit der Gründung des Klosters durch die Herren von Wevelinghoven im 12. Jahrhundert erwähnt. Diese Gründung fand zwischen 1145 und 1148 statt, gefolgt von einem weiteren schriftlichen Nachweis aus dem Jahr 1173: Kanonissen aus dem Prämonstratenserinnenkloster in Brabant bei Heylissem siedelten in das Langwadener Kloster über. In den Wirren der französischen Revolutionskriege und dem damit einhergehenden Beginn der französischen Herrschaft am Rhein kam es im Jahr 1802 zur Säkularisation, was die Aufhebung geistlichen Eigentums und damit einen vorläufigen Abschluss der geistlichen Geschichte des Klosters bedeutete, in dessen Umgebung bereits seit dem Mittelalter eine Ansiedlung entstanden war. Unter dem französischen Marschall Maison wurde nach 1805 der im 18. Jahrhundert erweiterte Backsteinbau zu einem Schloss ausgebaut. Im Jahr 1913 erwarb die Familie der Grafen von Nesselrode die einstige Klosteranlage. Während der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Gebäude vom "Reichsarbeitsdienst" für seine Zwecke genutzt. Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs diente das Kloster als Notunterkunft für Flüchtlinge. Erst in den Jahren 1962/1964 nahm das Klostergebäude mit den Zisterziensern wieder einen geistlichen Orden auf.
Das Dorf Langwaden, das zur ehemaligen Herrschaft der Herren von Wevelinghoven gehörte, ging - ebenso wie die Herrschaft - in den Besitz des Kölner Erzbischofs über. Unter französischer Herrschaft wurde Langwaden der Mairie Wevelinghoven zugeordnet und gehörte nach 1815/1816 zur Gemeinde bzw. Stadt Wevelinghoven.
Das Dorf Langwaden, das zur ehemaligen Herrschaft der Herren von Wevelinghoven gehörte, ging - ebenso wie die Herrschaft - in den Besitz des Kölner Erzbischofs über. Unter französischer Herrschaft wurde Langwaden der Mairie Wevelinghoven zugeordnet und gehörte nach 1815/1816 zur Gemeinde bzw. Stadt Wevelinghoven.
Münchrath
Der Stadtteil Münchrath ist bereits im 12. Jahrhundert urkundlich dokumentiert. Im Jahr 1136 erwarb das Kölner Stift St. Gereon Besitz an Mühlen an der Erft. Bis zur französischen Herrschaft gehörte Münchrath zum kurkölnischen Amt Hülchrath und war nach 1815/16 ein Teil der Bürgermeisterei Hülchrath.
Neubrück
Der heutige Ortsteil Neubrück, bekannt für seine Mühle, tritt erst spät, im Zusammenhang mit dem Dreißigjährigen Krieg, in den Fokus der Geschichte. Die Zerstörung der Brücke im Jahr 1644 und der vermutlich kurz darauf erfolgte Wiederaufbau stehen zeitlich nahe zu der Neubrücker Mühle, die 1678 erbaut wurde. Diese befand sich bis zum Anfang des Braunkohlentagebaus und der damit einhergehenden Wasserzufuhr in den Erftlauf Mitte der 1950er Jahre in Betrieb.
Neuenhausen
Steinzeitliche Artefakte sind in Neuenhausen ebenso dokumentiert wie römische Fundstücke. So wurden um 1960 drei Urnengräber aus dem 4. Jahrhundert nach Christus am Welchenberg entdeckt. Für das Mittelalter wird eine erste, allerdings indirekte Erwähnung aus dem Jahr 962 angenommen. Im Zusammenhang mit dem Kölner Kloster St. Cäcilien, welches die Grundherrschaft in der Region innehatte, ist auch die Gründung der Pfarrei zu sehen. Bis zur Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts übte die Äbtissin des Klosters das Patronatsrecht aus. Die Gerichtsbarkeit vermutet man während des Hochmittelalters zunächst bei den Herren von Broich und später bei den Grafen von Kessel, was durch Urkunden aus dem späten 13. Jahrhundert belegt ist. Die Vogtei Neuenhausen fiel erst im Jahr 1371 an die Jülicher Herrschaft. Eine Wehranlage, wahrscheinlich eine wasserumwehrte Motte, ist für das 15. Jahrhundert nachweisbar und wird als Sitz des Neuenhausener Vogtes betrachtet. Bis zum Ende des Alten Reiches gehörte Neuenhausen zum Territorium der Herzöge von Jülich. Während der preußischen Zeit, zwischen 1815 und 1816, wurde Neuenhausen von 1838 bis 1930 als Gemeinde im Bürgermeistereiverbund Grevenbroich verwaltet, bevor es 1930 in die Stadt Grevenbroich eingemeindet wurde. Die heutige Pfarrkirche St. Cyriakus stammt aus dem Jahr 1888 und wurde im neugotischen Stil erbaut.
Der benachbarte Welchenberg, ein Ausläufer der Ville, stellt mit seiner Höhe die wichtigste natürliche Erhebung dar und ist von besonderer kulturgeschichtlicher Relevanz für Neuenhausen und die umliegende Region. Mit ihm verbunden ist der Mythos der Christianisierung durch den Heiligen Willibrord, der der Legende nach zu Beginn des 8. Jahrhunderts nach Christus hier gewirkt haben soll. Ein Brunnen zu Ehren des Heiligen Willibrord bezeugt bis heute die volkstümliche Tradition. Zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert war der Welchenberg als Herrlichkeit Welchenberg im Besitz der Herren von Reifferscheid, die nach einem temporären Verlust ab 1588 erneut die Herrschaft erlangten. Im Jahr 1427 wurde das Kloster Welchenberg als Niederlassung der Franziskanertertiarer gegründet. Mit der Säkularisation um 1802 endete die geistliche Geschichte des Klosters, und die Anlage wurde in der Folgezeit als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Zwischen 1694 und 1703 wurde das ehemalige Konventgebäude errichtet, welches heute als Verwaltungssitz dient und das letzte erhaltene Gebäude aus dem ehemaligen Klosterensemble ist.
In den Jahren 1925/26 wurde auf dem Welchenberg ein Kindererholungsheim für den damaligen Kreis Grevenbroich errichtet. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten diente das Gebäude von 1933 bis 1945 als „Gauführerschule“ und wurde nach der Befreiung durch die amerikanischen Truppen vorübergehend als Durchgangslager für obdachlose Flüchtlinge und ehemalige Zwangsarbeiter genutzt. Ab 1949 richtete der Kreis Grevenbroich dort eine Fachklinik für Lungenkrankheiten ein. Seit 1991 befindet sich dort eine soziotherapeutische Einrichtung.
Der Kristallsandabbau am Welchenberg hat eine lange Tradition; im Zuge der Industrialisierung begann um 1900 ein planmäßiger Abbau dieses Vorkommens. Bis zum Jahr 1956 wurde der industrielle Abbau von Kristallsand für die Glasindustrie fortgeführt.
Die Vollrather Höhe, die im Zuge der Verkippung des Braunkohletagebaus zwischen 1955 und 1967 entstand, stellt mit etwa 188 Metern über NN den höchsten Punkt des Stadtgebiets dar.
Der benachbarte Welchenberg, ein Ausläufer der Ville, stellt mit seiner Höhe die wichtigste natürliche Erhebung dar und ist von besonderer kulturgeschichtlicher Relevanz für Neuenhausen und die umliegende Region. Mit ihm verbunden ist der Mythos der Christianisierung durch den Heiligen Willibrord, der der Legende nach zu Beginn des 8. Jahrhunderts nach Christus hier gewirkt haben soll. Ein Brunnen zu Ehren des Heiligen Willibrord bezeugt bis heute die volkstümliche Tradition. Zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert war der Welchenberg als Herrlichkeit Welchenberg im Besitz der Herren von Reifferscheid, die nach einem temporären Verlust ab 1588 erneut die Herrschaft erlangten. Im Jahr 1427 wurde das Kloster Welchenberg als Niederlassung der Franziskanertertiarer gegründet. Mit der Säkularisation um 1802 endete die geistliche Geschichte des Klosters, und die Anlage wurde in der Folgezeit als landwirtschaftlicher Betrieb genutzt. Zwischen 1694 und 1703 wurde das ehemalige Konventgebäude errichtet, welches heute als Verwaltungssitz dient und das letzte erhaltene Gebäude aus dem ehemaligen Klosterensemble ist.
In den Jahren 1925/26 wurde auf dem Welchenberg ein Kindererholungsheim für den damaligen Kreis Grevenbroich errichtet. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten diente das Gebäude von 1933 bis 1945 als „Gauführerschule“ und wurde nach der Befreiung durch die amerikanischen Truppen vorübergehend als Durchgangslager für obdachlose Flüchtlinge und ehemalige Zwangsarbeiter genutzt. Ab 1949 richtete der Kreis Grevenbroich dort eine Fachklinik für Lungenkrankheiten ein. Seit 1991 befindet sich dort eine soziotherapeutische Einrichtung.
Der Kristallsandabbau am Welchenberg hat eine lange Tradition; im Zuge der Industrialisierung begann um 1900 ein planmäßiger Abbau dieses Vorkommens. Bis zum Jahr 1956 wurde der industrielle Abbau von Kristallsand für die Glasindustrie fortgeführt.
Die Vollrather Höhe, die im Zuge der Verkippung des Braunkohletagebaus zwischen 1955 und 1967 entstand, stellt mit etwa 188 Metern über NN den höchsten Punkt des Stadtgebiets dar.
Neukirchen
In der Gemarkung Neukirchen können, wie in vielen anderen Stadtteilen, steinzeitliche Artefakte sowie Reste der römischen Besiedlung entdeckt werden. Erste urkundliche Aufzeichnungen über den Ort Neukirchen stammen aus der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts. Das Kirchspiel Neukirchen ist bereits um 1300 mit einem Kirchbau bezeugt, der dem Jakobus d. Ä. geweiht ist. Der Bau weist im Kern romanische Stilmerkmale auf. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr der Chor, die Seitenschiffe und der Westturm, die aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammen, diverse bauliche Veränderungen. Das "Haus Bethlehem", das von der evangelischen Gemeinde genutzt wird, wurde 1982 als Gemeindezentrum eingeweiht. Neukirchen, einst Teil der Grafschaft Hülchrath, gelangte 1314 in den Besitz des Kölner Erzbischofs und gehörte zum kurkölnischen Amt Hülchrath, was auch während der französischen Zeit der Fall blieb. Zwischen 1816 und 1930 war Neukirchen eine Gemeinde innerhalb der Bürgermeisterei beziehungsweise des Amts Hülchrath, bevor es bis zur kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 umstatusieren und als amtsfreie Gemeinde bestehen konnte. Die Rittersitze Gut Lübisrath und Haus Horr sind bereits im Hochmittelalter dokumentiert. Lübisrath wird in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts als "Liudbrahtinghova" erwähnt, während Haus Horr etwa um 1320 als Hülchrather Burglehen belegt ist und vermutlich auf eine noch ältere Geschichte zurückblickt. Die heutige Baugestalt von Haus Horr, wahrscheinlich nach Entwürfen des kurkölnischen Hofbaumeisters Michael Leveilly im Stil einer "maison de plaisance" als Nachfolger einer älteren Burganlage gestaltet, stammt aus dem 17. Jahrhundert. Eine markante Hinterlassenschaft in der Landschaft manifestiert sich durch den bereits vor dem Ersten Weltkrieg geplanten und bis zur Mitte der 1920er Jahre vorangetriebenen Bau des als "Strategischer Bahndamm" bekannten Projekts. Die nie vollendete Streckenführung ist heute Teil eines im Rahmen der "Dezentralen Landesgartenschau 2002" angelegten "Kulturpfades", der Skulpturen des international bekannten Bildhauers Ulrich Rückriem präsentiert.
Neurath
Steinzeitliche Artefakte sind auch im südlichen Bereich des heutigen Stadtgebiets von Neurath nachgewiesen. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus der Zeit um 1070. Das Gebiet rund um Neurath wurde zunächst von den Herren von Broich und später von den Grafen von Hochstaden erschlossen. Im Verlauf des späten 14. Jahrhunderts gelangte es in den Besitz der Herren von Heinsberg, die es um die Wende des 15. Jahrhunderts an die Herren von Merode veräußerten. Schließlich wurde die Herrlichkeit Neurath, eine von 43 Unterherrschaften im Herzogtum Jülich, im Jahr 1630 an die Freiherren von Gymnich zu Vischel übertragen. In der Zeit der französischen Herrschaft war Neurath Teil der Mairie Frimmersdorf. Nach 1815/16 gehörte Neurath zur Gemeinde im Amt Frimmersdorf, das bis zum Jahr 1969 existierte. Nach der Auflösung des Amtes bildeten beide Orte bis zur kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 die Gemeinde Frimmersdorf.
Das Patronat der Pfarrkirche, die teilweise aus dem 13. Jahrhundert stammt, wurde 1261 erstmals durch den Deutschen Orden, der mit der Kommende Gürath in Neurath verbunden war, ausgeübt. Eine evangelische Gemeinde wird in Neurath seit 1930 verzeichnet; die im selben Jahr errichtete Johanneskirche erhielt 1986 eine Erweiterung durch ein Gemeindezentrum. Die wirtschaftliche Prägung des Ortes ist eng mit dem Braunkohlenabbau verknüpft, der hier erstmals 1859 im inzwischen abgebaggerten ehemaligen Ortsteil Gürath betrieben wurde. Mit dem Aufschwung der Braunkohle um die Wende zum 20. Jahrhundert begann die planmäßige Erschließung der Vorkommen durch die Errichtung von Brikettfabriken, die bis Ende der 1960er Jahre in Betrieb waren. Am 1. Juli 1972 nahm der erste Block eines Großkraftwerks der RWE seinen Betrieb auf. Heute repräsentiert der Kraftwerksstandort mit dem Erweiterungsbau der BOA (Braunkohlekraftwerk mit optimierter Anlagentechnik) und einer Investitionssumme von rund 2,2 Milliarden EUR die größte Investition in die Braunkohletechnologie weltweit.
Das Patronat der Pfarrkirche, die teilweise aus dem 13. Jahrhundert stammt, wurde 1261 erstmals durch den Deutschen Orden, der mit der Kommende Gürath in Neurath verbunden war, ausgeübt. Eine evangelische Gemeinde wird in Neurath seit 1930 verzeichnet; die im selben Jahr errichtete Johanneskirche erhielt 1986 eine Erweiterung durch ein Gemeindezentrum. Die wirtschaftliche Prägung des Ortes ist eng mit dem Braunkohlenabbau verknüpft, der hier erstmals 1859 im inzwischen abgebaggerten ehemaligen Ortsteil Gürath betrieben wurde. Mit dem Aufschwung der Braunkohle um die Wende zum 20. Jahrhundert begann die planmäßige Erschließung der Vorkommen durch die Errichtung von Brikettfabriken, die bis Ende der 1960er Jahre in Betrieb waren. Am 1. Juli 1972 nahm der erste Block eines Großkraftwerks der RWE seinen Betrieb auf. Heute repräsentiert der Kraftwerksstandort mit dem Erweiterungsbau der BOA (Braunkohlekraftwerk mit optimierter Anlagentechnik) und einer Investitionssumme von rund 2,2 Milliarden EUR die größte Investition in die Braunkohletechnologie weltweit.
Noithausen
In der Ortslage Noithausen sind steinzeitliche Artefakte dokumentiert. Der Ort und das Anwesen "Nothaus" treten Ende des 13. Jahrhunderts erstmals in die Geschichtsschreibung ein. Nach 1320 wurden die Herren von Hochstaden vom Deutschen Orden mit der Burg in Noithausen belehnt. Später sind die "Hochstadens" in der Schreibweise "Hochsteden" als Amtleute im Dienst der Jülicher zu finden. Arnold von Hochsteden wird als Gründer der 1368 erbauten Kapelle in Noithausen angesehen, die damals der Mutterkirche in Elsen unterstand. Diese Kapelle stürzte um 1780 ein und wurde kurz darauf wieder aufgebaut. Erst im Jahr 1930 erhielt die Kapelle einen neuen Kirchenbau. Im Jahr 1599 gelangte das Haus Noithausen durch Heiratsallianzen in den Besitz der Herren von Gudenau, die es später an die Grafen von Schwerin verkauften. Um 1700 wurde der Adelssitz ausgebaut, von dem heute – nach der Abbruchaktion der letzten Gebäude im Jahre 1962 – nur noch der barocke Torbogen erhalten geblieben ist. Bis zur französischen Herrschaft gehörte Noithausen zur reichsunmittelbaren Herrschaft Elsen des Deutschen Ordens. Nach 1815/16 wurde die Bürgermeisterei Elsen im Kreis Grevenbroich gegründet, zu der die Gemeinden Elsen mit Orken und Noithausen sowie Elfgen und Laach gehörten. Mit der Eingemeindung Elsens im Jahr 1937 wurde auch Noithausen Teil der Stadt Grevenbroich. Der heutige Stadtteil Noithausen zeichnet sich durch eine landwirtschaftliche Prägung aus. Das frühere Rittergut des Theodor Broich, der ab 1834 in den Rittersitzen des Kreises Grevenbroich verzeichnet ist, ist nach wie vor ein landwirtschaftlicher Betrieb. Im September wird in Noithausen die Mariä-Geburts-Oktav samt Wallfahrt gefeiert.
Orken
Das nördlich von Elsen gelegene Orken, welcher im Jahr 1285 erstmalig als "overkenne" erwähnt wurde, ist heute ein bedeutender Stadtteil. Er war Teil der Reichsherrschaft Elsen. An der Kreuzung Düsseldorferstraße/Schwanengasse befand sich einst das alte Zollhaus der Reichsherrschaft, das in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 zerstört wurde und als wichtiges Verwaltungsgebäude diente. Orken hatte niemals den Status eines Pfarrortes; die katholischen Gläubigen wird es zu den beiden Kirchen St. Stephanus in Elsen und St. Mariä Geburt in Noithausen ziehen, die als Gemeindekirchen fungieren. Seit 1965 ist zudem die Lukaskirche als evangelisches Gemeindezentrum im Ort etabliert, die 1990 durch einen Neubau ersetzt wurde.
Stadtmitte
m Jahr 962 wird ein Ort mit dem Namen "bruoche" im Gillgau erwähnt. Eine eindeutige Zuordnung zu dem heutigen Stadtgebiet von Grevenbroich bleibt jedoch ungewiss. Im Hochmittelalter befanden sich Burg und Siedlung im Besitz des maasländischen Grafengeschlechts von Kessel, welches in den Diensten der Kölner Erzbischöfe stand, wie eine Urkunde aus dem Jahr 1242 belegt. Einige Jahrzehnte später, im Jahr 1273, wird der rapide Niedergang der Dynastie urkundlich festgehalten: Graf Heinrich von Kessel verpfändet seine Grevenbroicher Ländereien an den Kölner Erzbischof Engelbert II. von Falkenburg für 2000 Mark. Mit dem Verlust des Grafentitels und dem Tod des letzten Mitglieds der Dynastie im Jahr 1304 gelangte Grevenbroich, das zwischen Kurköln und Jülich umstritten war, nach 1307 endgültig in den Besitz der Jülicher. Ob Grevenbroich schon unter den Grafen oder Herren von Kessel oder erst unter den Jülicher Grafen zur Stadt erhoben wurde, bleibt unklar. Grevenbroich und die benachbarten Ortschaften Allrath, Barrenstein und Neuenhausen bildeten fortan das Fundament des neu eingerichteten Jülicher Amtes Grevenbroich. Als Teil der Grafschaft beziehungsweise des späteren Herzogtums Jülich war Grevenbroich, dessen 1425 errichtetes Schloss - wobei der Palas erhalten geblieben ist - bis Ende des 16. Jahrhunderts einer der Tagungsorte des Jülicher Landtages war. Die Schlossanlage, die im 16. Jahrhundert von Mitgliedern der Architektenfamilie Pasqualini umgestaltet wurde, erhielt im 18. Jahrhundert ein Verwaltungsgebäude (Kellnerei) sowie ein Torhaus als Erweiterung. Die strategisch günstige Lage am Erftübergang zog Grevenbroich während der Kriege des 16. bis 18. Jahrhunderts in Mitleidenschaft. Die Stadt war von einer Mauer umgeben und verfügte über zwei Tore (Broichtor und Feldtor). Im Jahr 1642 wurden die Festungsanlagen der Stadt (Wälle und Gräben) im Zuge der Kampfhandlungen des Dreißigjährigen Krieges verstärkt. Erst im 19. Jahrhundert fielen die Wallanlagen, und der Ostwall wurde schließlich 1896 abgebrochen.
Während der französischen Besatzung büßte Grevenbroich seine jahrhundertealte Bedeutung als Verwaltungsmittelpunkt ein und wurde als Gemeinde (mairie) dem Kanton Elsen zugeordnet. Nach den Jahren 1815/16 entwickelte sich Grevenbroich zum Zentrum des gleichnamigen Landkreises Grevenbroich, der bis zum Jahr 1974 bestand. Der Amtssitz des Landrates wechselte, bis 1885 das Ständehaus an der Lindenstraße eingerichtet wurde, zunächst zwischen Wevelinghoven und Grevenbroich. Obwohl Grevenbroich die von der preußischen Landesverwaltung eingeführte "Rheinische Städteordnung" von 1856 nicht akzeptierte, bildete es zwischen 1838 und 1930 eine Gemeinschaft innerhalb der Bürgermeisterei Grevenbroich, zusammen mit den Gemeinden Allrath, Barrenstein und Neuenhausen. Im Zuge der Kommunalreform von 1929 wurde das Amt Grevenbroich eingerichtet und mit dem Amt Elsen vereinigt. Dieses wurde am 1. April 1937 endgültig in die Gemeinde Grevenbroich eingegliedert. Am 1. Januar 1975 fusionierten Grevenbroich, Allrath, Barrenstein und Neuenhausen zur neuen Stadt Grevenbroich.
Walram von Kessel gründete im Jahr 1297 ein Kloster, das dem Wilhelmitenorden unterstand. Im Jahr 1627 schloss sich das Kloster der Zisterzienserabtei Kamp an. Eine eigenständige katholische Pfarrgemeinde in Grevenbroich entstand erst im 17. Jahrhundert. Das Gotteshaus, Teil der Klosterkirche, war bis zu diesem Zeitpunkt an die Mutterkirche in Allrath gebunden. Die im 15. Jahrhundert nahe der Erft errichtete Kirche wurde 1823 bis auf den Turm abgebrochen. Die Überreste des Turms wurden in den 1960er Jahren entfernt. Im Jahr 1899 wurde die neue katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul am Marktplatz im spätgotischen Stil erbaut; der Chor der Klosterkirche aus dem 15. Jahrhundert wurde darin integriert. Zwischen 1446 und 1939 existierte in Grevenbroich eine jüdische Gemeinde. Ein Bethaus, das vermutlich am Ende des Spätmittelalters errichtet wurde, wurde 1858 durch einen Neubau an der Kölner Straße ersetzt. Dieser wurde 1938 von den Nationalsozialisten geschändet und 1939 abgerissen. Neben der katholischen Pfarrkirche wurde 1958 die evangelische Christuskirche erbaut.
Wirtschaftlich hat Grevenbroich im Verlauf der Industrialisierung maßgeblich von der Textil- und Maschinenbauindustrie profitiert. Hierbei ist der Name des Erfinders Diedrich Uhlhorn (1764-1837) von großer Bedeutung. Die von ihm gegründeten Werkstätten revolutionierten mit der Erfindung der modernen Kniehebelpresse die Münzprägung des 19. Jahrhunderts und führten zur Gründung der international bedeutenden Maschinenfabrik Krupp-Buckau, die später als Dorr Oliver bekannt wurde und bis Mitte der 1990er Jahre tätig war. Um 1810 entstand in den Gebäuden und dem Umfeld der Elsener Mühle ein bedeutender Standort der Textilindustrie, der bis 1956 aktiv war. Ab 1917 wurde an der Kölner Landstraße mit dem "Erftwerk" ein bedeutender Industriekomplex zur Aluminiumgewinnung errichtet, der neben dem Braunkohletagebau und der Stromerzeugung durch die RWE auch heute noch die Wirtschaftslandschaft Grevenbroichs prägt.
Vom ehemaligen Schloss ist der 'Palasbau' sowie ein Torgebäude erhalten geblieben, das das Schloss von der Stadt abgrenzt. Das "Alte Schloss" fungiert noch heute mit seiner exquisiten Gastronomie und großzügigen Versammlungs- und Konferenzräumen als kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt im Stadtzentrum, weshalb Grevenbroich oft als "Schlossstadt" bezeichnet wird. Ein Tor auf den Schlossplatz (Place de St.-Chamond) führt in den inneren Schlosshof. Hinter dem Torbogen befindet sich das Haus Hartmann, benannt nach seinem letzten privaten Besitzer, das 1724 als ehemaliges Kellnereigebäude errichtet wurde. Die Stadt erwarb das Haus 1977 und renovierte es, wobei der Baustil bewahrt blieb. Die Einrichtung im Aachen-Lütticher Stil wurde beibehalten. Im Juni 1979 wurde das Haus nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten feierlich der Öffentlichkeit übergeben.
Heute gilt das Haus Hartmann als "die gute Stube" der Stadt, und die Räumlichkeiten werden seit der Sanierung für Ausstellungen, Konzerte, Vorträge und Volkshochschulangebote genutzt. Der große Garten hinter dem Haus wurde ebenfalls neu gestaltet und steht den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Besuchern der Stadt als Erholungs- und Entspannungsfläche zur Verfügung. Im Rahmen der "Landesgartenschau 1995" wurde der Garten in die Gartenschau einbezogen. Ein kleiner Rest des ehemaligen Schlossgrabens hinter dem Gebäude wurde zu einem Weiher erweitert, der mit Erftwasser gefüllt wird.
Im hinteren Teil des parkähnlichen Grundstücks, direkt an einer Erftschleife gelegen, befindet sich die sogenannte "Villa Krüppel", das heutige Standesamt. Diese Villa wurde zwischen 1924 und 1925 als großzügiges Wohnhaus erbaut und blieb bis 1987 im Besitz der Familie Krüppel. Die Stadt erwarb das Grundstück und das Gebäude, restaurierte und renovierte den Komplex und gestaltete die Außenanlagen aufwendig, um den "Trauenden" ein passendes Ambiente zu bieten. Aus diesem Grund schließen viele Brautpaare aus der Region und darüber hinaus hier ihren Bund fürs Leben.
Auf der am Ufer der Erft befindlichen Stadtparkinsel, die auch als 'Erckens Insel' bekannt ist, steht ein denkmalgeschützter Gebäudekomplex, der einst zur Spinnerei und Weberei Erckens gehörte. Gegenüber liegt im Stadtpark die ehemalige 'Villa Erckens', die 1888 im neoklassizistischen Stil errichtet wurde. Nach verschiedenen Nutzung als Verwaltungsgebäude und umfangreichen Restaurierungen beherbergt das Gebäude heute ein Museum.
Während der französischen Besatzung büßte Grevenbroich seine jahrhundertealte Bedeutung als Verwaltungsmittelpunkt ein und wurde als Gemeinde (mairie) dem Kanton Elsen zugeordnet. Nach den Jahren 1815/16 entwickelte sich Grevenbroich zum Zentrum des gleichnamigen Landkreises Grevenbroich, der bis zum Jahr 1974 bestand. Der Amtssitz des Landrates wechselte, bis 1885 das Ständehaus an der Lindenstraße eingerichtet wurde, zunächst zwischen Wevelinghoven und Grevenbroich. Obwohl Grevenbroich die von der preußischen Landesverwaltung eingeführte "Rheinische Städteordnung" von 1856 nicht akzeptierte, bildete es zwischen 1838 und 1930 eine Gemeinschaft innerhalb der Bürgermeisterei Grevenbroich, zusammen mit den Gemeinden Allrath, Barrenstein und Neuenhausen. Im Zuge der Kommunalreform von 1929 wurde das Amt Grevenbroich eingerichtet und mit dem Amt Elsen vereinigt. Dieses wurde am 1. April 1937 endgültig in die Gemeinde Grevenbroich eingegliedert. Am 1. Januar 1975 fusionierten Grevenbroich, Allrath, Barrenstein und Neuenhausen zur neuen Stadt Grevenbroich.
Walram von Kessel gründete im Jahr 1297 ein Kloster, das dem Wilhelmitenorden unterstand. Im Jahr 1627 schloss sich das Kloster der Zisterzienserabtei Kamp an. Eine eigenständige katholische Pfarrgemeinde in Grevenbroich entstand erst im 17. Jahrhundert. Das Gotteshaus, Teil der Klosterkirche, war bis zu diesem Zeitpunkt an die Mutterkirche in Allrath gebunden. Die im 15. Jahrhundert nahe der Erft errichtete Kirche wurde 1823 bis auf den Turm abgebrochen. Die Überreste des Turms wurden in den 1960er Jahren entfernt. Im Jahr 1899 wurde die neue katholische Pfarrkirche St. Peter und Paul am Marktplatz im spätgotischen Stil erbaut; der Chor der Klosterkirche aus dem 15. Jahrhundert wurde darin integriert. Zwischen 1446 und 1939 existierte in Grevenbroich eine jüdische Gemeinde. Ein Bethaus, das vermutlich am Ende des Spätmittelalters errichtet wurde, wurde 1858 durch einen Neubau an der Kölner Straße ersetzt. Dieser wurde 1938 von den Nationalsozialisten geschändet und 1939 abgerissen. Neben der katholischen Pfarrkirche wurde 1958 die evangelische Christuskirche erbaut.
Wirtschaftlich hat Grevenbroich im Verlauf der Industrialisierung maßgeblich von der Textil- und Maschinenbauindustrie profitiert. Hierbei ist der Name des Erfinders Diedrich Uhlhorn (1764-1837) von großer Bedeutung. Die von ihm gegründeten Werkstätten revolutionierten mit der Erfindung der modernen Kniehebelpresse die Münzprägung des 19. Jahrhunderts und führten zur Gründung der international bedeutenden Maschinenfabrik Krupp-Buckau, die später als Dorr Oliver bekannt wurde und bis Mitte der 1990er Jahre tätig war. Um 1810 entstand in den Gebäuden und dem Umfeld der Elsener Mühle ein bedeutender Standort der Textilindustrie, der bis 1956 aktiv war. Ab 1917 wurde an der Kölner Landstraße mit dem "Erftwerk" ein bedeutender Industriekomplex zur Aluminiumgewinnung errichtet, der neben dem Braunkohletagebau und der Stromerzeugung durch die RWE auch heute noch die Wirtschaftslandschaft Grevenbroichs prägt.
Vom ehemaligen Schloss ist der 'Palasbau' sowie ein Torgebäude erhalten geblieben, das das Schloss von der Stadt abgrenzt. Das "Alte Schloss" fungiert noch heute mit seiner exquisiten Gastronomie und großzügigen Versammlungs- und Konferenzräumen als kultureller und gesellschaftlicher Mittelpunkt im Stadtzentrum, weshalb Grevenbroich oft als "Schlossstadt" bezeichnet wird. Ein Tor auf den Schlossplatz (Place de St.-Chamond) führt in den inneren Schlosshof. Hinter dem Torbogen befindet sich das Haus Hartmann, benannt nach seinem letzten privaten Besitzer, das 1724 als ehemaliges Kellnereigebäude errichtet wurde. Die Stadt erwarb das Haus 1977 und renovierte es, wobei der Baustil bewahrt blieb. Die Einrichtung im Aachen-Lütticher Stil wurde beibehalten. Im Juni 1979 wurde das Haus nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten feierlich der Öffentlichkeit übergeben.
Heute gilt das Haus Hartmann als "die gute Stube" der Stadt, und die Räumlichkeiten werden seit der Sanierung für Ausstellungen, Konzerte, Vorträge und Volkshochschulangebote genutzt. Der große Garten hinter dem Haus wurde ebenfalls neu gestaltet und steht den Bürgerinnen und Bürgern sowie den Besuchern der Stadt als Erholungs- und Entspannungsfläche zur Verfügung. Im Rahmen der "Landesgartenschau 1995" wurde der Garten in die Gartenschau einbezogen. Ein kleiner Rest des ehemaligen Schlossgrabens hinter dem Gebäude wurde zu einem Weiher erweitert, der mit Erftwasser gefüllt wird.
Im hinteren Teil des parkähnlichen Grundstücks, direkt an einer Erftschleife gelegen, befindet sich die sogenannte "Villa Krüppel", das heutige Standesamt. Diese Villa wurde zwischen 1924 und 1925 als großzügiges Wohnhaus erbaut und blieb bis 1987 im Besitz der Familie Krüppel. Die Stadt erwarb das Grundstück und das Gebäude, restaurierte und renovierte den Komplex und gestaltete die Außenanlagen aufwendig, um den "Trauenden" ein passendes Ambiente zu bieten. Aus diesem Grund schließen viele Brautpaare aus der Region und darüber hinaus hier ihren Bund fürs Leben.
Auf der am Ufer der Erft befindlichen Stadtparkinsel, die auch als 'Erckens Insel' bekannt ist, steht ein denkmalgeschützter Gebäudekomplex, der einst zur Spinnerei und Weberei Erckens gehörte. Gegenüber liegt im Stadtpark die ehemalige 'Villa Erckens', die 1888 im neoklassizistischen Stil errichtet wurde. Nach verschiedenen Nutzung als Verwaltungsgebäude und umfangreichen Restaurierungen beherbergt das Gebäude heute ein Museum.
Südstadt
Der heutige Stadtteil Südstadt hat seine Wurzeln in der Industriearbeitersiedlung „Erftwerksiedlung“, die im Zusammenhang mit der Gründung des Erftwerks im Jahr 1917 entstand. Mit der Entwicklung der Aluminiumproduktion an der Köln-Venloer-Landstraße gegen Ende des Ersten Weltkrieges wurden zwischen 1919 und 1921 an der heutigen Wöhlerstraße, der Von-der-Porten-Straße und der Gustav-Lück-Straße insgesamt 31 Einfamilienhäuser sowie 36 Mietwohnungen im grünen Umfeld der Fabrikationsanlagen errichtet. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges stieg die Bevölkerungszahl in der Südstadt auf etwa 1200 Menschen. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann in den frühen 1950er Jahren der strukturierte Ausbau des Stadtteils, der bis zum Ende der 1970er Jahre vollendet wurde.
Im Jahr 1959 wurde mit der Pfarrkirche St. Josef ein katholisches Gotteshaus errichtet. Im gleichen Jahr erfolgte die Erweiterung eines Jugendheims, das heute als GOT bekannt ist. Der 1961 ins Leben gerufene Pfarrbezirk der evangelischen Kirchengemeinde erhielt 1978 mit dem Bau der Matthäuskirche ein neues Gemeindezentrum. Nach der Schließung der Kirche im Jahr 2006 wurde sie zu barrierefreien Wohnungen umgestaltet.
Im Jahr 1959 wurde mit der Pfarrkirche St. Josef ein katholisches Gotteshaus errichtet. Im gleichen Jahr erfolgte die Erweiterung eines Jugendheims, das heute als GOT bekannt ist. Der 1961 ins Leben gerufene Pfarrbezirk der evangelischen Kirchengemeinde erhielt 1978 mit dem Bau der Matthäuskirche ein neues Gemeindezentrum. Nach der Schließung der Kirche im Jahr 2006 wurde sie zu barrierefreien Wohnungen umgestaltet.
Wevelinghoven
Die Mittelsteinzeit hat zahlreiche Spuren im Gebiet von Wevelinghoven hinterlassen. Die Ursprünge der Siedlung Wevelinghoven lassen sich in fränkischer Zeit annehmen. Der Ort und das adelige Geschlecht der Herren von Wevelinghoven sind urkundlich für die zweite Hälfte des 11. Jahrhunderts dokumentiert. Erzbischof Hermann III. von Hochstaden ließ Kölner Juden zum Schutz vor Übergriffen infolge des Ersten Kreuzzugs nach Wevelinghoven bringen, wo es 1096 zu einem Pogrom gegen die Flüchtlinge durch die Kreuzfahrer kam. Die edelfreien Herren von Wevelinghoven besaßen bis zum Ende des 14. Jahrhunderts die Herrlichkeit Wevelinghoven, bevor die Grafen von Bentheim-Tecklenburg deren Nachfolge antraten. Als kurkölnische Unterherrschaft gehörte die Herrlichkeit Wevelinghoven zum kurkölnischen Amt Hülchrath. Neben den Herren von Wevelinghoven war im Ort zwischen dem 13. und der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts auch die Familie der Herren von Lievendal ansässig, die ihren Besitz 1428 an die Herren von Wevelinghoven veräußerten. Die katholische Pfarrkirche unter dem Patrozinium des Heiligen Martin, die im Jahr 1833 erbaut wurde, ist ein Nachfolgebau einer dreischiffigen Kirche aus dem Hochmittelalter. Die evangelische Gemeinde stellt die älteste im Stadtgebiet dar und blieb bis zur Gründung der Grevenbroicher Gemeinde im Jahr 1905 die einzige. Im Westfälischen Frieden, der das Ende des Dreißigjährigen Krieges markierte, wurde die Existenz der evangelischen Gemeinde anerkannt. Seit 1685 verfügt die Gemeinde über ein eigenes Gotteshaus. Wevelinghoven wurde durch die Kriege der Frühen Neuzeit stark in Mitleidenschaft gezogen. Der Truchsessische Krieg von 1583 führte zur Zerstörung der Wevelinghovener Burg; die Schlacht bei Wevelinghoven am 14. Juni 1648 zwischen hessischen und kaiserlichen Truppen war nicht nur eine der letzten Schlachten des Dreißigjährigen Krieges, sondern auch der Ort selbst erlitt erheblichen Schaden. Das 1653 neu errichtete Pastorat zeugt vom Wiederaufbau nach diesen Kriegsjahren. Auch im Siebenjährigen Krieg kam es 1758 zu militärischen Auseinandersetzungen auf Wevelinghovener Gebiet.
Mit dem Ende des Alten Reiches und der Zeit der französischen Herrschaft am Rhein wurde Wevelinghoven zur Mairie im Kanton Elsen. Unter preußischer Herrschaft war Wevelinghoven zwischen 1816 und 1886 mehrfach und über lange Zeit Sitz der Verwaltung des Kreises Grevenbroich. Seit 1826 gehört Wevelinghoven zu den Städten des Rheinischen Provinziallandtags und nahm im Jahr 1856 die Rheinische Städteordnung an.
Zwei Mühlen sind für das Stadtgebiet seit dem Mittelalter dokumentiert. Die Geschichte der Obermühle reicht bis ins Jahr 1155 zurück, während die Quellen zur Untermühle die Mühlenwirtschaft im 14. Jahrhundert belegen. Die Obermühle hat sich mittlerweile zu einem modernen Mühlenbetrieb entwickelt. Wirtschaftlich wurde Wevelinghoven stark von der Agrarindustrie geprägt. Die 1872 gegründete Zuckerfabrik, die 1995 ihre Türen schloss, war ein bedeutender wirtschaftlicher Impulsgeber. Im 19. Jahrhundert ist die im Jahr 1852 gegründete Wollwarenfabrik als industrielles Unternehmen hervorzuheben. Heute spielen unter anderem die chemische Industrie und die Holzverarbeitung eine wichtige Rolle. Die charakteristische Topographie des Ortes, die "grüne Lunge" entlang der Erft mit parkähnlichen Gartenanlagen, prägt Wevelinghoven und verleiht ihm den Charakter einer "Gartenstadt".
Mit dem Ende des Alten Reiches und der Zeit der französischen Herrschaft am Rhein wurde Wevelinghoven zur Mairie im Kanton Elsen. Unter preußischer Herrschaft war Wevelinghoven zwischen 1816 und 1886 mehrfach und über lange Zeit Sitz der Verwaltung des Kreises Grevenbroich. Seit 1826 gehört Wevelinghoven zu den Städten des Rheinischen Provinziallandtags und nahm im Jahr 1856 die Rheinische Städteordnung an.
Zwei Mühlen sind für das Stadtgebiet seit dem Mittelalter dokumentiert. Die Geschichte der Obermühle reicht bis ins Jahr 1155 zurück, während die Quellen zur Untermühle die Mühlenwirtschaft im 14. Jahrhundert belegen. Die Obermühle hat sich mittlerweile zu einem modernen Mühlenbetrieb entwickelt. Wirtschaftlich wurde Wevelinghoven stark von der Agrarindustrie geprägt. Die 1872 gegründete Zuckerfabrik, die 1995 ihre Türen schloss, war ein bedeutender wirtschaftlicher Impulsgeber. Im 19. Jahrhundert ist die im Jahr 1852 gegründete Wollwarenfabrik als industrielles Unternehmen hervorzuheben. Heute spielen unter anderem die chemische Industrie und die Holzverarbeitung eine wichtige Rolle. Die charakteristische Topographie des Ortes, die "grüne Lunge" entlang der Erft mit parkähnlichen Gartenanlagen, prägt Wevelinghoven und verleiht ihm den Charakter einer "Gartenstadt".
